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Neuorientierung mit Sinn: Ein Quereinsteiger findet seinen Platz in den Weckelweiler Gemeinschaften

Klaus Peter Leib (rechts) ist mit seiner Lebenserfahrung, seiner Leidenschaft fürs Kochen und seinem Esprit eine wirkliche Bereicherung für die Weckelweiler Gemeinschaften.

Sinn, Begegnungen und Abwechslung – das wünschen sich viele. Die Weckelweiler Gemeinschaften bieten Quereinsteiger:innen genau das: einen Arbeitsplatz, an dem Menschlichkeit zählt. Einer, der diesen Schritt gewagt hat, ist Klaus Peter Leib. Nach 30 Jahren Selbstständigkeit hat er sich neu orientiert – und arbeitet heute als pädagogische Hilfskraft in einer Wohngruppe für Menschen mit geistigen Einschränkungen oder seelischen Behinderungen.

Ein neuer Anfang mit Sinn

„Ich könnte noch weiter am Haus arbeiten, ein Altbau ist nie fertig, aber unter dem Strich hatte ich einfach zu wenig Ansprache und menschlichen Kontakt“, erzählt Klaus Peter Leib. Nach einem arbeitsreichen Berufsleben mit bis zu 80 Stunden pro Woche zog er mit seiner Frau nach Hohenlohe. Das eigene Haus war nach zwei Jahren ausreichend saniert – doch etwas fehlte: Begegnung und Kontakt.

Sich ehrenamtlich engagieren oder eine feste Anstellung suchen? Diese Frage stellte er sich. „Ich wollte Teil eines Teams sein, verbindlich arbeiten und Beziehungen knüpfen“, sagt er und entschied sich gegen ein Ehrenamt. Über einen Freund wurde er auf die Weckelweiler Gemeinschaften aufmerksam – ein Nachmittag zum Reinschnuppern genügte und es war klar: Das passt für beide Seiten.

Alltag mitten im Leben

Seit zwei Jahren arbeitet der 60-Jährige nun im Elsa-Brandström-Haus in Weckelweiler mit seinen 25 Bewohner:innen in zwei Wohngruppen. Hier wohnen Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf. „Auch wenn sie gegenseitig auf sich achtgeben, habe ich doch das Gefühl, dass sie selten Freundschaften untereinander schließen und daher sehr den Kontakt zu uns suchen“, erzählt er, „gerade als pädagogische Hilfskräfte sind wir nah dran an den Menschen.“

Seine Aufgaben sind dabei vielfältig: Unterstützung bei der Körperpflege, Kochen, Einkaufen, Arztfahrten, Freizeitgestaltung – und vor allem Zeit für Gespräche. „Mir ist nie langweilig, jeder Tag bringt Neues, oft auch Herausforderungen“, sagt Klaus Peter Leib.

Besonders wichtig ist ihm, die Bewohner:innen ernst zu nehmen. „Ich halte die Fahne beim Thema Selbstbestimmung gerne hoch. Ich möchte nicht über den Kopf eines Bewohners hinwegarbeiten.“ Das bedeutet: Überzeugen, verhandeln, respektvoll und verbindlich mit Menschen umgehen – immer auf Augenhöhe. 

Erfahrung zählt – Herz noch mehr

Ganz neu war der soziale Bereich für ihn nicht: Schon im Zivildienst hatte Klaus Peter Leib als Rettungshelfer gearbeitet. „Ich wusste, dass ich Körperpflege leisten kann“, sagt er. Seine Leidenschaft fürs Kochen kommt ihm nun auch im Beruf zugute – in der Wohngruppe wird täglich gekocht. Gerne organisiert er auch größere Events: Konzertbesuche bei Santiano, Florian Silbereisen oder Sarah Connor zum Beispiel – gefragt ist, was den Bewohner:innen gefällt. 

Die Arbeiten im Team ist für ihn ein großer Pluspunkt: „Der Umgangston ist hier sehr gut. Ich kann sagen, wenn mir was missfällt und werde gehört. Hier wird nicht geschimpft, keine generelle Unzufriedenheit – das tut gut.“

Auch seine Arbeitszeiten passen zu ihm: „Ich muss selten Frühdienste machen, das kommt mir sehr entgegen.“ 

Mut zum Quereinstieg

Was rät er anderen, die über einen Wechsel nachdenken? „Einfach ausprobieren. Es ist schon auch stressig – aber unterm Strich bleibt ein großes Plus. Es ist sinnstiftend und für viele die Chance, etwas Neues auszuprobieren,“ zählt er auf

Klaus Peter Leib begann mit einer halben Stelle, inzwischen arbeitet er 65 Prozent: „Ich wollte näher dran sein – die Pausen zwischen den Diensten waren mir zu lang. Deshalb arbeite ich jetzt häufiger.“ Sein Fazit nach zwei Jahren: „Ich bin angekommen. Hier kann ich etwas bewirken – und bekomme viel zurück.“

Fazit: Als Mensch gefragt

Als pädagogische Hilfskraft und Quereinsteiger:in – in den Weckelweiler Gemeinschaften zählt nicht nur die Ausbildung, sondern vor allem die Haltung. Wer Freude am Umgang mit Menschen hat, Offenheit und Geduld mitbringt, das eine oder andere Hobby oder Talent hier einbringt, kann hier Teil eines starken Teams werden.