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Weckelweiler Gemeinschaften erhalten LEADER-Förderung für inklusiven Erlebnisort auf der Brettachhöhe

Mit dem europäischen Förderprogramm LEADER werden innovative Vorhaben zur Stärkung des ländlichen Raums unterstützt – wie das Projekt Brettachhöhe mit dem Arbeitstitel „Mensch.Natur.Kultur.“ der Weckelweiler Gemeinschaften. Auf der Brettachhöhe bei Gerabronn entsteht damit ein inklusiver Erlebnisort für Menschen mit und ohne Behinderung.

Mit dem europäischen Förderprogramm LEADER werden innovative Vorhaben zur Stärkung des ländlichen Raums unterstützt – wie das Projekt Brettachhöhe mit dem Arbeitstitel „Mensch.Natur.Kultur.“ der Weckelweiler Gemeinschaften. Auf der Brettachhöhe bei Gerabronn entsteht damit ein inklusiver Erlebnisort für Menschen mit und ohne Behinderung.

Am Montag, 2. November übergab die LEADER-Aktionsgruppe Hohenlohe-Tauber den Weckelweiler Gemeinschaften die Förderplakette. Zwar ist die Abrechnung noch nicht abgeschlossen, mit der Übergabe wurde jedoch ein formeller Haken hinter die bewilligte Förderung gesetzt. Der Termin bot Gelegenheit, auf die Zusammenarbeit zurückzublicken. Bei der Übergabe vertrat Lea Geldner, Landtagsabgeordnete der Grünen, den Schirmherren des Projekts, den Bundestagsabgeordneten Harald Ebner. Mit dabei waren ferner Petra Bittinger, Vorständin der Weckelweiler Gemeinschaften, Projektleiterin Petra Ehrler, Thomas Schultes und Benjamin Högele von der LEADER-Aktionsgruppe Hohenlohe-Tauber, Rotraud Mack, Vorständin Regionalentwicklung Hohenlohe-Tauber e. V., Hermann Limbacher, Bürgermeister a. D. und Vorstand des LEADER-Auswahlausschusses, sowie Gerabronns Bürgermeister Jonas Mauch.

Die Weckelweiler Gemeinschaften erhielten knapp 240.000 Euro aus dem LEADER-Programm – 60 Prozent der Antragssumme. Voraussetzung war auch eine Beteiligung der Stadt Gerabronn mit zehn Prozent, rund 40.000 Euro. „Projekte, die Begegnung und Teilhabe ermöglichen, bereichern unsere Stadt und die gesamte Region. Dafür braucht es engagierte Menschen, gute Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung. Die LEADER-Förderung leistet hier einen wertvollen Beitrag“, erklärte Jonas Mauch die Unterstützung durch die Stadt Gerabronn.

Vom Wohnstandort zum offenen Begegnungsort

Der Standort Brettachhöhe ist seit 1969 Heimat für Menschen aus den Weckelweiler Gemeinschaften. Nach der Modernisierung von drei Wohnhäusern stellte sich die Frage, wie der Ort als lebenswerter und geschützter Wohnort erhalten werden kann und sich zugleich für Menschen aus der Region öffnen lässt.

Ein wichtiger Bestandteil ist der angrenzende Wald, der zusätzlichen Raum bietet. Es war ein Glücksfall, dass die Weckelweiler Gemeinschaften rund 5,3 Hektar Wald für ihr Vorhaben erwerben konnten. Durch das Gelände führt inzwischen ein barrierearmer, größtenteils rollstuhlgerechter Weg. Erlebnisstationen laden dazu ein, die Natur zu entdecken und zu verweilen.

Auch das neu geschaffene inklusive „Café 109“ soll Menschen zusammenbringen. Es schafft Arbeitsplätze für Menschen mit Assistenzbedarf und wird ein offener Treffpunkt für die Region. Eine „Toilette für alle“ ermöglicht auch Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf einen Besuch. Eine Spiellandschaft sowie Veranstaltungen und Kurse ergänzen das Angebot.

„Wir laden nun ab Frühjahr Menschen allen Alters aus der Region ein, an den Lebens- und Arbeitsort von Menschen mit Behinderung zu kommen. So entstehen Begegnungen auf Augenhöhe, eine Voraussetzung, um Vorurteile abzubauen und gegenseitiges Verständnis zu fördern“, erklärte Petra Bittinger.

Inklusion als Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt

Dass das Projekt weit über die Gestaltung eines Ausflugsziels hinausgeht, machte Lea Geldner deutlich. Inklusion, Austausch und Begegnung seien gerade im Alltag wichtig. „Die Demokratie steht unter Druck“, sagte sie mit Blick auf Forderungen nach einer getrennten Förderung von Kindern mit und ohne Behinderung. Das wäre aus ihrer Sicht ein Rückschritt. „Was geht verloren, wenn wir nicht mehr gemeinsam unterwegs sind?“, fragte Geldner.

Auf der Brettachhöhe träfen die Anliegen von LEADER und der Weckelweiler Gemeinschaften zusammen: Begegnung ermöglichen, das Miteinander stärken und so zur Demokratie beitragen. Geldner dankte allen Beteiligten.

Projektleiterin Petra Ehrler bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit dem LEADER-Regionalmanagement und der Stadt Gerabronn. Die Unterstützung umfasste neben der Förderung auch rechtliche Fragenstellungen.

Auch die Zukunft des LEADER-Programms war Thema. Thomas Schultes, Benjamin Högele und Hermann Limbacher baten Lea Geldner um Unterstützung und wiesen auf ein entsprechendes Positionspapier hin. Angesichts der geplanten europäischen Finanzstruktur für die Förderperiode 2028 bis 2034 ist die Fortführung des Programms in seiner bisherigen Form ungewiss. Obwohl sie für Landes- und nicht für Europapolitik zuständig ist, sagte Geldner Unterstützung bei der Klärung der zukünftigen Möglichkeiten zu.

Nach der Besichtigung des Erlebniswaldes richtet sich der Blick auf die nächste Etappe: Die offizielle Eröffnung des inklusiven Erlebnisortes ist für das Wochenende am 24. und 25. April 2027 geplant. Dann können Menschen aus der Region „Mensch.Natur.Kultur.“ auf der Brettachhöhe selbst entdecken und erleben.

 

Bildunterschrift: Bei der Übergabe der LEADER-Förderplakette (von links): Bürgermeister Jonas Mauch, Stadt Gerabronn, Hermann Limbacher, Bürgermeister a. D. und Vorstand des LEADER-Auswahlausschusses, Lea Geldner, Landtagsabgeordnete der Grünen, Petra Bittinger, Vorständin der Weckelweiler Gemeinschaften, Projektleiterin Petra Ehrler sowie Thomas Schultes und Benjamin Högele von der LEADER-Aktionsgruppe Hohenlohe-Tauber.